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Uetzer Heimatbund besuchte Wolfenbüttel,
einst Residenz der Welfenherzöge
Ein Reisebericht von Peter Doms
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Die diesjährige Halbtagesfahrt führte die Mitglieder
des Uetzer Heimatbundes in die Lessingstadt Wolfenbüttel.
Prägend für die Stadt und ihr heutiges Aussehen waren
aber die Welfen. Über vier Jahrhunderte (bis 1754) war Wolfenbüttel
Residenz der Kultur- und Kunstliebenden Herzöge zu Braunschweig
und Lüneburg. Die Herzöge holten sich in ihrer Regentschaft
die besten Baumeister und Stadtplaner ihrer Zeit und so war Wolfenbüttel
die erste nach Plan gebaute Renaissancestadt Deutschlands. Unzerstört
von Kriegen präsentiert sich Wolfenbüttel auch heute
noch wahrlich herzoglich, was die Uetzer Ausflügler nach
einer Stadtführung durchaus bestätigen konnten. Sichtbarstes
Zeichen der ehemaligen Welfenherrschaft ist das mitten in der
Stadt gelegene prächtige Residenzschloss. Die ursprüngliche
Wasserburg erhielt allerdings erst im 18. Jahrhundert ihr heutiges
Aussehen.
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In der Nähe befindet sich das Lessinghaus.
In dem einem spätbarocken französischen Parkschlösschen
nachempfundenen dreiflügligen Bau hatte der als Bibliothekar
tätige Gotthold Ephraim Lessing vier Jahre gewohnt und in
dieser Zeit einige bedeutende Werke verfasst, wie zum Beispiel
"Nathan der Weise".
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Gleich hinter dem Lessinghaus erhebt sich der stattliche Bau der
Herzog August Bibliothek. Der Welfe hatte in seiner Amtszeit (1635-1666)
die größte europäische Büchersammlung zusammengestellt.
Heute umfasst die Bibliothek rund eine Millionen Bände und
ist mit rund 350 000 Bänden aus dem 15.-18. Jahrhundert ein
Arsenal europäischer Geistesgeschichte. Der größte
Besuchermagnet ist aber schlechthin das 1983 in London für
rund 16 Millionen Euro ersteigerte Evangeliar Heinrich des Löwen.
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Der Rundgang führte weiter in die Altstadt, die mit ihren
über 600 denkmalgeschützten Fachwerkhäusern ein
Gesamtkunstwerk ist und erahnen lässt, warum schon Wilhelm
Busch hier regelmäßig seine Sommerfrische verbrachte.
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Auffällig ist auch der Stadtmarkt mit seinem beeindruckenden
Rathauskomplex und die Kirchen Beatae Mariae Virginis und St.
Trinitatis. Müde vom "Pflaster treten" gönnten
sich die Heimatbündler in einem historischen Cafe eine kleine
Pause und stärkten sich bei Kaffee und Kuchen, ehe dann die
Heimreise angetreten wurde.
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