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Ernst Hübke: "Dat
was et".
Eine Sammlung plattdeutscher Wahrheiten und Döneken.
Für Freunde der plattdeutschen
Sprache empfehlen wir dieses Heft mit einer Sammlung verschiedener
Erzählungen aus dem ländlichen Leben unserer näheren
Heimat.
Ernst Hübke ( 1925 - 2002) war ein naturverbundener Uetzer,
der überlieferte Begebenheiten aus seinem Heimatort in plattdeutscher
Sprache niederschrieb, um sie der Nachwelt zu erhalten. Seine
sympathische Art machte ihn stets zu einem gern gesehenen Gast
auch in Kreisen älterer Dorfbewohner. Dabei wurden Erinnerungen
aus vergangenen Zeiten ausgetauscht, die er als aufmerksamer Zuhörer
anschließend handschriftlich zu Papier brachte. Einige Niederschriften
übernahm er von anderen Autoren und übersetzte sie in
sein heimatliches Uetzer Platt.
Ihm war es auch ein Anliegen, die harte bäuerliche Arbeit
mit den damaligen einfachen Geräten aufzuzeigen. Seine Beschreibungen
sind so lebensnah, daß sich jeder in die Handlung hinein
denken kann.
Immer wieder ist in den Erzählungen sein Schmunzeln zu spüren,
wenn er die Marotten oder Mißgeschicke ehemaliger Dorfbewohner
beleuchtet. Einige Beinamen, die hierdurch entstanden, sind noch
heute gebräuchlich.Mitglieder des Heimatbundes Uetze haben
seine gesammelten handschriftlichen Manuskripte abgeschrieben
und in einem Heft binden lassen. Das Heft hat 110 Seiten und kann
zum Selbstkostenpreis von 8 Euro bei einem der Kontaktpersonen
des Heimatbundes Uetze erworben werden.
Eine Leseprobe finden Sie hier anschließend..
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Jägers un Störche.
Ne wahre Geschichte,
man mott sei aber nich glöben.
Et was Anfangs der Heuährn . Sau umme halwig
negen seiten en paar an´n runnen Dische in´n Niengoarn
bien Glase Bier un vertellen sik wat. Öhre veier Mann wären
sei. Wat vertellt word is ja woll klar, vonne Jagd natürlich.
Schliesslich was ja dä Bockjagd open un da gift et ümmer
wat tau kören, Dichtung un Wahrheit, wie dat sau schön
hett. Na ner Tied kamm noch en Minsche inne Gaststube, en Vertreter,
dä da öfter rinkeik. Hei kofte ne Runne for alle und davor
nödigen öhn dä Jägers midde an öhren Disch.
Na en betten wohen un woher sä mit einem Male Adolf, wat dä
Öllste an Dische was: Kinners un Lüe, düt mot ik
jük vertellen, hört tau: Ik schall hinnen in dä Sönndagshäge
en ollen Spiesser scheiten. Dä mot tauewesselt wäsen,
denne in´n Winter was düt Elendsdier da noch nergenswo
tau seihn.
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Vorgistern Abend nu härr ik Tid, passgerechte
Witterunge was uk un ik sette mik int Auto un fäuhre bet nah´n
Fösterkoppel. Da stelle ik dat Auto undern Hagen, nehme minen
Püster un slüre denne tau Faute uppe Hänsche Grenze
tau. En Enne bethen stelle ik mik undern Wienbusch un sochte mit´n
Glase dä Wiesche bet anne Eese af. Aber nix was tau seihn,
keine Ricke un kein Bock. Schast noch ne Stunne täuben, sä
ik mik, et is woll noch tau freuh. Ik make et mik anner Grabenkante
bequem sau gut dat eben ging. Af un an sochte ik wer dä Wieschen
af, aber ümmer noch nix. Doch, wat was dat, kort vorre Eese
röge sik wat. An en paar Stellen was all emeihet un da sach
ik en Hallebott stahn. Süh, säh ik mik, dän kik mal
en betten wat tau, wie hei Ütschen fanget. Mit en Glase ging
dat ja ganz gut. Blos dä ging nich up en dal, wie dä Störche
dat süs maket wenn sei up Ütschenjagd sind, dä blaf
up einen Plack stahn un hacke up wat in. Möglich dat hei en
Mull oder ne Ringelnatter vor sik härre. Aber da bruke hei
ja man blos en twei- dreimal uppe inhacken, un nich ümmer wär.
Nu word ik nietschierig, stund up un ging langsam näger na
er Eese tau. Nah´n hundert Schritt blaf ik stahn, dä
Hallebott keik mal up, kehre sik aber wier nich umme mik un hacke
wier up wat in. Noch dichter ran, sä ik mik, lat den Bock Bock
wäsen, düt most du eerst gewahr weren, wat dat Deiert
da hat. Mit einen Male aber woll sik dä Storch upnehmen, slaug
wie verrückt mit en Flunken, un kamm schliesslich man grade
sau äben von ne Eere hoch un sacke denne wär dal. Noch
en paarmal versochte hei inne Luft tau komen, aber et glücke
ne nich. Dabie härr hei irgendwat in´n Snabel, wat könn
ik aber nich seihn. As ik nu noch dichter ranging, make hei en lesten
Versuch, un dütmal kamm hei en paar Meter inne Luft. Un da
sach ik uk, wat hei vorre hat härre. En Rehkitz härr hei
sik eschnappet un woll dat woll sienen Jungen bringen. An einen
Hinderbeine härr hei et efatet un woll damidde afgahn. Aber
damidde härr hei sik doch obernohmen. Ut en drei Meter Höchte
latt hei et mittenmale fallen un flog dän Dorpe tau. Ik nu
hen un mik dat Kitz eerstmal beseihn. Frisch was et nich mehr. Dä
Storch härr et also nich dot ehacket, hei härr et blos
efunnen. Uppe rumme ehacket härr hei woll, weil et ne in einen
Stücke tau grot was un hei et utenander deilen wolle. Ik latt
dat Deiert da liggen, denn dat woll dä Voss sicher vernacht
finnen un ging langsam wär nah´n Wege trügge. Af
un an blav ik stahn, keik rundumme un word dabie gewahr, dat woll
en einige Rehe intwischen butten wären, min Bock aber nich.
Aber sau richtig was ik nich bi er Sake. Dä Storch ging mik
nich ut´n Koppe. Gut half nah´n Wäge tau staht
ne Elder uppe Wische. Da sette ik mik eerstmal under dal. Et was
nu Klocke negen, ne Stunne was et also noch helle. Schast doch mal
seihn, sä ik mik, wat da ward, liggen lätt dä Storch
dat so noch nich. Nah´n twintig Minuten passiere denne ok
wat. Wenn ik et nich mit eigenen Oogen eseihn härre, härr
ik sowat nich for möglich eholen. Komet da doch wahrhaftig
twei Störche aneflogen. Hei härr woll sien Üt tau´r
Hülpe ehalt, weil et öhn allene tau swar ewäsen was.
Sei leiten sik nu bi dän doen Kitz dal un hacken eerstmal beide
uppe in. Un denne, Kinders un Lüe, et is grade lögenhaft
tau vertellen, fatet sei beide tau, anne Läufe, so hät
de Beine ja woll bi dä Jägers, einer vorne un dä
annere hinnen un denne neihmen sei sik up. Vorsichtig, dat sei sik
nich gegensitig mit dä Flunke umme Ohren slaugen un denne maken
sei nah´n Dorpe tau, dat doe Kitz twischen sik. Ik hoch, in´n
Galopp na minen Auto un los nah´n Thielenplatze. Un do sach
ik et. Boben uppen Neste lag dat Kitz. Dä Kopp hänge noch
en betten obern Rand un alle sess Störche, Vader, Mudder un
veier Kinner hacken da uppe rumme. Ik kann jück säggen,
düt vergette ik min Lebe nich un wenn ik hunnert Joahre old
weren schölle. Dä annern Jägers nikköppen un
drunken hille öhr Bier ut, damidde blos keiner öhre Gesichter
sach. Dä Vertreter härr ümmer noch Mund un Näse
open un sä schliesslich: Sachen gibt es, die gibt es garnicht.
Damidde was dä Abend noch nich tau Enne, dä word noch
lang un feucht. |
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