| Mit dem Heimatbund Uetze nach Dresden. Ein Reisebericht von Peter Doms. Vier wunderschöne Tage verlebten Mitglieder des Uetzer Heimatbundes in Dresden und Umgebung. Bei prachtvollem Sommerwetter wurde die Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Bereits während der Anfahrt gab es am Vormittag mit einem Abstecher nach Leipzig erste positive Eindrücke von der Neugestaltung ostdeutscher Städte. Rund um das Rathaus wird zwar immer noch kräftig gebaut, aber die historischen Fassaden strahlen schon wieder im alten Glanz. Nikolaikirche (Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen vor der Wende), Specks Hof, die alte Börse oder Auerbachs Keller, für einige interessierte Teilnehmer begann schon hier der Einstieg in das umfangreiche Besichtigungsprogramm der Fahrt. Nicht zu vergessen die Gebäude der Oper, der Uni oder des Gewandhauses rund um den Augustusplatz oder gar die Neugestaltung des Hauptbahnhofes. So wir hier, natürlich nicht ganz so groß, soll ja auch mal im Hannoverschen Bahnhof auf zwei Ebenen das Leben pulsieren. Die Weiterfahrt nach Dresden war dann nur noch ein Katzensprung und schon am Nachmittag konnte man die ersten Erkundungsgänge unternehmen. Dabei erwies sich die Wahl des Ibis-Hotels mitten in der Innenstadt in der Prager Straße als wahrer Glücksgriff. Die Prager Straße war bis zum 13. Februar 1945 die eleganteste Geschäftsstraße der Elbmetropole und wurde dann nach dem Krieg als Fußgänger-Boulevard wieder aufgebaut. Charakteristisch sind die flankierenden riesigen Wohnblocks in Großplattenbauweise. Vorbei an kleinen Geschäften und großen Kaufhäusern, Brunnenanlagen und dem einen oder anderen Biergarten gelangte man in rund zehn Minuten an die Elbe und damit eigentlich ins Zentrum der barocken Baukunst. Eine Stadtrundfahrt am anderen Tag führte uns zunächst durch die Vororte Dresdens. Man war beeindruckt von den riesigen Grünanlagen, dem alten Baumbestand sowie von der Anzahl und dem Zustand der stattlichen Villen. Der anschließende Stadtrundgang führte bei hochsommerlichen Temperaturen in die Innenstadt. Hier begegnete man dann auf Schritt und Tritt dem Wirken "August des Starken", Kurfürst von Sachsen (1694-1733). In seiner Amtszeit entstanden u.a. der Zwinger, das Taschenberg Palais und die Frauenkirche. Gerade letztere bot nach mehrjähriger Wiederaufbauphase wieder einen imposanten Anblick. Auf dem Besichtigungsprogramm standen natürlich auch die Kreuzkirche, das Schloss und das Johanneum, auf dessen Rückseite sich mit dem Fürstenzug das größte Porzellanbild der Welt befindet, die Hofkirche und die Brühlschen Terrassen. Von hier hat man einen wundervollen Blick auf die Elbe und die gegenüberliegende Neustadt. Der Nachmittag brachte dann einen einstündigen Besuch der berühmten Semper-Oper und des neu im Schloss eingerichteten Grünen Gewölbes. Erschlagen von der Hitze, der Vielfalt der Eindrücke und der Vielzahl von unschätzbaren Wertgegenständen fand man dann abends Erholung beim Spanferkelessen und Gaukelei im urigen Ambiente des "Pulverturms". Der nächste Tag führte in die Umgebung Dresdens in das Elbsandsteingebirge. Zunächst stand der Besuch der Festung Königstein auf dem Programm. Hoch oben über der Elbe steht die Festung auf einem Plateau und ist ein einzigartiger Zeuge europäischer Festungsbaukunst. Über 750 Jahre Geschichte haben diese Wehranlage zu einem eindrucksvollen Ensemble von Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts werden lassen. Ein Rundgang entlang der gewaltigen Festungsmauern bot einen tollen Rundumblick. Der weitere Weg führte uns dann zur Bastei, dem weltbekannten Kulturdenkmal, 193 m oberhalb der Elbe, mit einem unverwechselbaren Landschaftsausblick. Beeindruckend auch hier die gewaltigen Sandsteinformationen, die durch Brücken zugänglich gemacht worden sind und ein Eldorado für Kletterfreunde bieten. Der Mittag wurde dann in Pirna verbracht. Nach einer kleinen Stärkung konnte bei einem Rundgang die Innenstadt bewundert werden. Der Marktplatz hat seinen mittelalterlichen Charakter nicht verloren und gleicht mit kleinen Abweichungen durchaus dem berühmten Bild des italienischen Vedutenmalers Bernardo Bellotto, genannt Canaletto. Von Pirna ging es dann mit der "Weißen Flotte" per Schiff zurück elbabwärts in Richtung Dresden. Die zweistündige Fahrt führte vorbei an Schloss Pillnitz, der Sommerresidenz der sächsischen Könige, das wir wegen eines Elbhangfestes aber nicht besuchten. Von hier bis zum Dresdener Vorort Loschwitz bot sich ein lustiges Treiben am Elbufer. Überall wurde gefeiert, Musikgruppen und Bootsrennen brachten den vielen Menschen eine bunte Abwechselung. Unter der berühmten "Blauen Brücke" hindurch ging es vorbei an den drei Albrechtsschlössern und den vielen terrassenförmig angelegten Weinfeldern der sächsischen Weinstraße nach Dresden. Von weitem bot sich nicht nur ein imposanter Anblick der barocken Bauten entlang der Elbe an, etwas höher drohte auch eine mächtige dunkle Wolkenwand mit einem Sommergewitter. Nur mit Mühe und Not wurde das zum Abendessen anvisierte Restaurant im Eilschritt noch trockenen Fußes erreicht. Dann wütete für zwei Stunden erst mal Donner, Blitz, Regen und Sturm. Glück gehabt. Am Tag der Rückfahrt führte uns der Weg morgens ins über tausend Jahre alte Meißen. Schon von weitem erkennt man hoch über der Stadt auf dem Burgberg die Albrechtsburg und den Meißner Dom. Auch die Innenstadt rund um den Marktplatz bietet ein schönes Gesamtbild. Wenn man schon einmal in Meißen ist, muss man natürlich auch die weltberühmte Porzellanmanufaktur besuchen. Diesen Gedanken hatten wohl auch andere Uetzer aufgegriffen und so war das Hallo groß, als die Gruppe des Heimatbundes während des Rundgangs im Museum auf die Teilnehmer der vom Uetzer Ring ausgerichteten Fahrt nach Leipzig stieß. In der Manufaktur wurden den Besuchern zunächst die einzelnen Fertigungsschritte der Herstellung demonstriert, ehe man dann in den Ausstellungsräumen die teilweise jahrhundert alten Kleinode der Töpferkunst und Porzellanherstellung bewundern konnte. Noch beeindruckt von diesen massenhaften Schätzen wurde dann nach einem kleinen Abstecher in die Innenstadt die Heimreise angetreten. Die gesamte Fahrt war von den Verantwortlichen des Uetzer Heimatbundes in Zusammenarbeit mit der Fa. Schörnig-Reisen hervorragend organisiert. Wenn es auch wegen der hochsommerlichen Temperaturen für manche etwas anstrengend war, die vielen wundervollen Erlebnisse und Eindrücke werden wohl noch lange nachhaltig haften bleiben. |
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Die Besichtigung der Semperoper war ein unvergeßliches
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Nach der Führung durch die Porzellanmanufaktur
Meißen durfte das obligatorische Gruppenbild nicht fehlen.
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